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Mit 40 Jahren zu alt für die berufliche Gesellschaft

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Maya2012
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Beiträge: 1
Registriert: 13. Nov 2012, 21:28

Mit 40 Jahren zu alt für die berufliche Gesellschaft?

Beitragvon Maya2012 » 13. Nov 2012, 21:33

Liebe User,

ich möchte mir einfach mal den Frust von der Seele schreiben oder vielleicht habe ich ja doch die Hoffnung eine Antwort auf all meine Fragen.

Meinen Werdegang stelle ich einmal in aller Kürze vor, um auf die wesentlichen Punkte eingehen zu können, ohne gleich in einen langweiligen Roman zu verfallen.
• Erlernter Beruf – „Kaufmann im Einzelhandel“ incl. Ausbildereignungsprüfung
• ½ Jahr als Verkäufer im Lehrbetrieb tätig
• 8 ½ Jahre im Einzelhandel/Fachgeschäft als Filialleiter und Marktleiter – Assistent mit 3 Arbeitgebern tätig
• 6 ½ Jahre im Außendienst als Account Manager, Sales Manager mit 3 Arbeitgebern tätig
• 3 Jahre in der Industrie als Schichtleiter tätig
• 2 Jahre im Einzelhandel/Fachmarkt als Abteilungsleiter tätig
• 3 Monate arbeitssuchend – bewusst aus privaten Gründen (komm ich später nochmal darauf zurück)
• 4 Monate im Außendienst als Vertriebsmitarbeiter – getrennt aus zwei Gründen, die ich genauer erklären werde

In Summe macht das 24 Berufsjahre (incl. Ausbildung) mit 10 Arbeitgebern – ist das der Fehler, bzw. meine Schwachstelle?

Den größten beruflichen Einschnitt hatte ich als ich bewusst arbeitslos werden wollte. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt schwer erkrankt und ich wollte für sie da sein, leider verstarb sie sehr plötzlich nach 6 Wochen. Wenn ich zurückblicke war es genau die richtige Entscheidung, denn sonst hätte ich es nie verstanden. Es ist selbst jetzt noch schwer zu verstehen, obwohl man die ganze Zeit dabei war.
Parallel in dieser Zeit war man auch auf der Suche nach einem neuen Job, ich wollte wieder in den Vertrieb im Außendienst tätig werden, weil mir das am meisten Freude bereitet hat und ich damit auch erfolgreich war.

Ich muss nicht die Schwierigkeiten mit der ARGE schildern, jeder wird seine gemacht haben, mir fällt dazu nur ein Lied von Rio Reiser ein – „König von Deutschland“

Arge wird auch bei Wikipedia erklärt – ich lege es realistischer aus
Arge;
in der griechischen (also pleite) Mythologie:
• kretische Verwaltungsnymphe, Geliebte der Politiker in Wahlzeiten

Zwischen schlaflosen Nächten, Trauer und Beerdigung meiner Mutter hatte ich Bewerbungsgespräche und ich habe nach kurzer Zeit eine neue Stelle im Außendienst angetreten.
Leider habe ich bei den Vorstellungsgesprächen nicht aufgepasst und vielleicht, nein ganz bestimmt war ich nicht ganz bei der Sache, sonst wäre mir aufgefallen, dass mein nächster Vorgesetzter nicht das ist und das kann was er vorgegeben hat. Wäre ich damals voll da gewesen, hätte ich diese Stelle nicht angetreten.
Es dauerte daher auch nicht lange, da stießen wir aufeinander und er konnte nur mit Beleidigungen und Drohungen argumentieren.
Aus diesem Grund waren meine Skrupel zum Arzt zu gehen sehr gering geworden, um mich meinen persönlichen Problemen zu stellen.
Diese Probleme, so wie ich sie gesehen habe drückten sich wie folgt bei mir aus;
• Schlaflosigkeit
• Verlustängste
• Müdigkeit – Sekundenschlaf (besonders schwierig im Außendienst, im Auto)
• Weinattacken
• Kraftlosigkeit, Schlaffheit, etc.

Erst wollt ich mir, wie in der Werbung „Vitasprint“ besorgen, aber „Meister Propper“ gibt es auch nicht in der Realität – wohl aber die „Tilli“ und die „Prilblumen“.
Mein Onkel Dr. hat sofort mit geschultem Blick erkannt Depressionen und verschrieb mit dazu die Tabletten und den gelben Schein, die Dinger haben mich noch platter gemacht.
Nach 8 Wochen wurde mir gekündigt und nach 9 Wochen sagte mein Doktor, dass ich immer noch bescheiden aussehen würde und ob ich einverstanden mit einem Bluttest wäre.
Das Testergebnis war der Hammer – Schilddrüsen ohne Funktion.

Seitdem ich die Pillen jetzt nehme, bin ich komplett ein anderer Mensch geworden – ich könnt Bäume ausreißen.

Jetzt zum wesentlichen zurück zukommen, seitdem sind fast 4 Monate vergangen und ich habe in dieser Zeit mehr als 160 Bewerbungen geschrieben.
Daraus resultierten 2 Vorstellungsgespräche und mehr als 160 Absagen, gefühlte 400.
Selbst als Arbeiter bei einem Entsorgungsunternehmen ist mir abgesagt worden.
Es war die Rede von überqualifiziert, die weiteren Ausflüchte wollte ich mir ersparen, da ich nicht einmal das eine Wort genau zuordnen kann.

„Überqualifiziert“;
• Schmeißt die gelben Säcke über das Auto
• Fällt mit der Hake die Bäume in der Allee
• Schiebt dem Müll mit dem Frontlader direkt nach Afrika

Könnte schreien!

Gibt es Menschen die sich damit auskennen?
Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Vielen Dank für zuhören, bzw. zulesen.


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Rudi_S
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Beitragvon Rudi_S » 14. Nov 2012, 13:43

JA - damit kenne ich mich bestens aus. Ich war 40 (!) als ich eine Umschulung zum IT-Systemkaufmann machte (über das Arbeitsamt - ja so hieß der Verein damals noch) und nach erfolgreichem Abschluss habe ich BIS HEUTE nicht 1 Sekunde in diesem Beruf arbeiten können. Fachliche Qualifikationen hin oder her - ich war damals mit 42 zu alt und heute mit 52 bin ich für die Arbeitgeber so eine Art Zombie - nicht lebendig und nicht tot, aber auf keinen Fall tragbar.

Tja - wenn man erst einmal erkannt hat, was die Glocke geschlagen hat und man sich nicht selbst die "Schuld" gibt, kann man besser damit umgehen.

Mittlerweile arbeite ich als freiberuflicher Dozent in der Erwachsenenbildung. Da suchen sie vor allem ältere Fachkräfte. Vielleicht ist das ja auch ein Weg für dich?
Mit digitalen Grüßen :winker:
Rudi_S
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batman
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Beitragvon batman » 14. Nov 2012, 14:51

Bei mir auch was ähnliches.

Umschulung zum IT-Systemelektroniker mit 44J

Danach nur absagen.

War bei Media Markt für 6 Monate befristet würde nicht übernommen aber das war wegen der Neueröffnung ein andere Markt.

Mancher Firmen haben gleich gefragt nach meiner Schmerzgrenze (Lohn) also wollte nur Billigarbeiter.

In moment bin ich Küchenhilfe in einer Altersheim.
Gott sei Dank hat meiner Frau ein vernonftigen Stelle und damit kommen wir über die Runde.

Absagen haben ich von Stellen wie
Mülltrennung -Recycling
Botenfahrer
Spielhallenaufsicht
und viel anderen Stellen ohne Berufskenntnisse

Ich habe auch der Stelle als Küchenhilfe nur über Beziehungen bekommen.

Batman
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annika
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Beitragvon annika » 1. Jan 2013, 07:17

Ob es an dem Alter liegt weiß ich nicht, aber ich habe Arbeitslosigkeiten hinter mir und ein Berater beim Arbeitsamt sagte mal zu mir da war ich 38 ich sei zu alt für den Arbeitsmarkt.



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