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ALG II und Weiterbildung = Verlust Nebenjob

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densie
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ALG II + Weiterbildung = Verlust Nebenjob

Beitragvon densie » 14. Feb 2006, 19:06

Hallo!

Falls es das Thema schon gibt, verzeiht mir, ich habe seit 10 Uhr nur im Internet nach Hilfe gesucht, ich kann nicht mehr :-(

Ich beziehe seit August 2005 ALG II. Ich habe schon seit 2004 einen Nebenjob, verdiene dort etwa 60 Euro monatlich. Nun soll ich eine Weiterbildung machen, die 4-8 Wochen dauern soll, je nachdem welche Kurselemente zu mir passen... In dieser Zeit kann ich natürlich nicht arbeiten, mein Chef muß eine andere Aushilfe finden, heißt also ich verliere meinen Job für immer und werde durch jemand anderes ersetzt.

Meine Ausbildung zur Bürokauffrau liegt 7 Jahre zurück, ich habe in dieser Zeit nie im Büro gearbeitet. Ich habe also keinerlei Berufserfahrung, und auch wenn ich nun 8 Wochen Buchführung wiederhole (oder neu lerne...) werde ich keine Arbeit finden. Dieser Kurs bringt mir also überhaupt nichts, und ich verliere meine Job.

Der Berater sagt daß das Einkommen nicht hoch genug ist, er würde vielleicht ab 100 Euro zustimmen den Kurs nicht zu machen. Die Entscheidung erscheint mir völlig willkürlich, "er" entscheidet, es gibt keine Regelung, oder er mißachtet sie?

Meine Frage ist nun, ob es eben eine Regelung gibt ab wann Arbeit vor Weiterbildung geht, und ob es überhaupt zumutbar ist als ALG II Empfänger gezwungen zu werden einen sicheren Nebenjob aufzugeben, man hat ja eh nichts und da sind 60 Euro viel Geld!

Was passiert wenn ich mich weigere den Kurs zu machen, wie weit werden mir die Leistungen gekürzt? Und bezieht sich die Kürzung nur auf meinen Teil, oder auch auf den meines Mannes?

Mal angenommen ich gehe zu einem Anwalt, der rechnet mir Chancen aus wenn ich dagegen Klage, ist das in 14 Tagen überhaupt möglich?

Ich habe heute erstmal nähere Infos über den Eingliederungsvertrag gelesen, denke mal daß das im Falle einer Weigerung meinerseits wichtig ist. Ich habe den nämlich nicht bekommen, mein Mann (als Antragsteller) hat diesen bekommen, von mir steht da auch nichts drin. So wie ich das verstehe habe ich mich somit nicht vertraglich verpflichtet ALLE Möglichkeiten auszuschöpfen und hätte somit noch das Recht etwas ohne Konsquenzen (Kürzung der Leistung) zu verweigern?

Bitte um schnelle Hilfe, da der Kurs am 1. März anfangen soll...
mfg
densie


Gaston

Beitragvon Gaston » 14. Feb 2006, 19:12

In der Regel sollte schon darauf geachtet werden wie ein solcher Kurs mit einem Job in Einklang zu bringen ist. Grundsätzlich kann der SB das entscheiden und du kannst dem nur mit einem Widerspruch oder einem Antrag auf eine einstweilige Anordnung durch das Sozialgericht begegnen. Helfen tut das wenig, denn in der Zeit mußt du trotzdem am Kurs teilnehmen. Tust du es nicht, so droht dir eine Kürzung bis zu 40% deines Regelsatzes.
Ob du nun eine EV gemacht hast, oder nicht, spielt hierbei keine Rolle.

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densie
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Beitragvon densie » 14. Feb 2006, 19:33

Ich habe gerade etwas von Kürzung ohne Rechtsfolgenbelehrung gelesen:
http://www.arbeitslosenselbsthilfe.org/forum/showthread.php?t=18750&highlight=K%FCrzung
würde das nicht auch auf mich zutreffen? Ich habe nichts unterschrieben, von daher weiß ich nicht was passiert wenn ich nicht antrete, dumstellen eben :D

Gaston

Beitragvon Gaston » 14. Feb 2006, 19:38

Hast du die Einladung für den Kurs denn schon schriftlich erhalten?


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densie
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Beitragvon densie » 14. Feb 2006, 20:11

Nein, die Beraterin hatte letzte Woche einen Termin vereinbart, um diesen Qualifizierungsplan zu erstellen und Ausbildungsmodule zu wählen. Gestern wollte ich die Beraterin telefonisch erreichen, diese war nicht da. Konnte dann mit einem anderen reden, dieser sagte zuerst daß Arbeit, auch geringfügig, vor Bildung kommt, allerdings müsse man die Einzelheiten persönllich klären. Ich konnte den Termin zum Qualifizierungsplan aber absagen, nachdem ich sagte wenn es doch so ist, muß ich nicht erst diesen Termin wahrnehmen und Reisekosten erstattet kriegen.

Heut war ich dann persönlich da. Zunächst einmal ist alles durcheinander, ein Nebenjob wäre nicht im Antrag vermerkt, das sollte ich damals nicht machen, weil der Verdienst zu dieser Zeit unterschiedlich war, die Frau die den Antrag angenommen hat sagte daß dies dann mit der monatlichen Benachrichtung über Nebenverdienst berechnet würde. Zum Glück war aber doch noch irgendwo auf dem Antrag eine Notiz "Nebenjob, unregelmäßig Taxifahren". Weiterhin ist nur eine meiner monatlichen Meldungen da. Wir kriegendie Dinger immer vom Chef ausgefüllt, unterschreiben und geben diese ab. Ich habe zumindest einen Kollegen der die Abgabe bestätigen kann. Nur ein Zettel ist da, und diesen hatte mein Mann mal mitgenommen. Ich muß nun auch noch alles seit August letzten Jahres nochmal nachweisen. //Merke: Jede Kleinigkeit die man abgibt bestätigen lassen :-/ Ich rechne deswegen nun auch noch mit Folgen, Rückzahlung oder ähnliches, da ich ja nun monatelang einen Job habe von dem die nichts wissen.

Ich habe hier schon einen Bildungsgutschein, einen Antrag auf Erstattung der Reisekosten zur Vorstellung, einen Fahrkostenantrag für den Kurs. Ansonsten habe ich nichts schriftliches, keine Einladung, keine Rechtsfolgenbelehrung.

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Turtle
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Beitragvon Turtle » 14. Feb 2006, 20:33

Hi!

Mich würde interessieren, wann und in welchem Umfang du arbeitest. Bei 60 Euro im Monat kann das doch nicht die Welt sein? Ein Stundenlohn von 5 Euro vorausgesetzt käme ich gerade mal auf 3 Stunden die Woche...
Soll die Fortbildung in Vollzeit sein? Vielleicht kann ja der Bildungsträger Rücksicht auf deine paar Stunden nehmen?

Turtle

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Beitragvon densie » 14. Feb 2006, 20:42

Das Problem ist halt daß die Stunden unregelmäßig sind, Taxifahrten lassen sich leider nicht fest planen. Es können mal 5 Stunden am Tag sein, dafür ein paar Tage gar nichts, oder mal 30 Minuten. Ich habe auch Hoffnung daß ich eingestellt werde, und diese Chance will ich nicht aufgeben, da ich eben sicher bin daß mir der Kurs rein gar nichts bringt... Rücksicht nehmen geht auch schlecht, da ich zum Bildungsträger 40 Minuten Fahrt habe.

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Beitragvon Turtle » 14. Feb 2006, 20:49

Hi!

Dann red halt mit dem Arbeitgeber, dass er dich fest einstellt. Ansonsten sehe ich schwarz, da bei dieser Geringfügigkeit das allgemeine Interesse an einer Erhöhung deiner Vermittlungschancen durch Fortbildung wohl höher zu werten ist. Das diese dir nichts bringt wirst du wohl kaum im Vorfeld beweisen können.

Turtle

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Beitragvon densie » 14. Feb 2006, 21:03

Joah von irgendeiner Beratungsstelle haben wir den Tipp bekommen, daß der Arbeitgeber ein Schreiben aufsetzen soll, daß der Verdienst sich erhöht (sollte hinzukriegen sein indem ich mal ne Nachtschicht mache :)) und außerdem bei steigender Auftragslage eine Festeinstellung zu erwarten ist... Die Chancen stehen zwar dann auch nicht viel besser, aber wenn der Berater ein wenig mitdenkt sollte er es als positiv bewerten daß sich auch der Arbeitgeber darum bemüht mich zu behalten. Viel mehr scheint mir nicht zu bleiben, es sei denn ich riskiere eine Sperre.

Demolier

60 euro ....

Beitragvon Demolier » 15. Feb 2006, 01:25

densie hat geschrieben:Joah von irgendeiner Beratungsstelle haben wir den Tipp bekommen, daß der Arbeitgeber ein Schreiben aufsetzen soll, daß der Verdienst sich erhöht (sollte hinzukriegen sein indem ich mal ne Nachtschicht mache :)) und außerdem bei steigender Auftragslage eine Festeinstellung zu erwarten ist... Die Chancen stehen zwar dann auch nicht viel besser, aber wenn der Berater ein wenig mitdenkt sollte er es als positiv bewerten daß sich auch der Arbeitgeber darum bemüht mich zu behalten. Viel mehr scheint mir nicht zu bleiben, es sei denn ich riskiere eine Sperre.


Mal meine persönliche Meinung.

Wie [color="Red"]@Turtle[/color] schon sagte, kämst du dann auf rund 3 Wochenstunden. 60 Euro im Monat Hinzuverdienst kann ja nun auch nicht der Traumjob sein. <sorry>

Wie begründet dein AG eine eventuelle steigende Auftagslage, wo derzeit alle Taxiunternehmen jammern? (und das nicht erst seit gestern). Will der sich Leute für die WM warmhalten oder ist es ein junges aufstrebendes Unternehmen? :nopeil:

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Beitragvon densie » 17. Feb 2006, 12:07

Im Frühling wird es immer besser :)

Für mich ist dieser Job halt einfach wichtig, ich komme raus, treffe viele Leute, es macht Spaß. Ist halt wirklich so daß ich in dieser Weiterbildung absolut keinen Nutzen sehen kann.

Ich sehe mittlerweile aber selbst keine Chance mehr. Muß das nun wohl oder übel annehmen. Hab mir nun nur überlegt das Praktikum (falls eins dabei ist) bei meinem Chef zu machen, daß er mich 14 Tage kostenlos in sein Büro setzen kann dürfte die Zeit wo ich nicht zur Verfügung stehe schon ein wenig ausgleichen.

narssner

geht schon falls gewollt

Beitragvon narssner » 17. Feb 2006, 18:29

Rücksicht nehmen geht schon, falls der Bildungsträger Sie nach persönllicher Information sofort zum Arbeitsplatz fahren läßt.
Und das wäre ein hilfsweiser Antrag, die Bildung so gestalten, daß sie mit der Tätigkeit vereinbar ist. Wie Sie schreiben, hängt eine möglicherweise Festanstellung für später dran.
einen freundlichen Gruß
narssner



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