Bürgergeld: Dauer der Bearbeitung und Bewilligungszeitraum

Von Yassin F.

Letzte Aktualisierung am: 26. Januar 2024

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Das Wichtigste zur Bürgergeld-Dauer

Wer bekommt Bürgergeld und wie lange?

Für den Erhalt von Bürgergeld müssen Voraussetzungen erfüllt sein. Der Antragsteller muss hilfebedürftig und erwerbsfähig sein, ein Mindestalter von 15 Jahren erfüllen und den Hauptwohnsitz in Deutschland haben. Das Bürgergeld wird in der Regel für 12 Monate bewilligt, unter Umständen für 6 Monate. Mehr dazu lesen Sie hier

Was ist nach 12 Monaten Bürgergeld?

Wenn Sie Bürgergeld beantragen, wird die Sozialleistung in der Regel für einen Zeitraum von 12 Monaten bewilligt. Vor Ablauf dieser Zeit können Sie rechtzeitig einen Weiterbewilligungsantrag stellen, falls die Grundvoraussetzungen für den Bürgergeld-Bezug noch bestehen.

Was tun, wenn die Bearbeitung meines Bürgergeld-Antrags zu lange dauert?

Die Bearbeitung eines Antrags auf Bürgergeld kann bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen. Um nicht in finanzielle Bedrängnis zu geraten, können Sie einen Vorschuss beantragen. Mehr dazu erfahren Sie an dieser Stelle

Bürgergeld: Schnelle Hilfe ist gefragt

Bedürftige Bürger können einen Antrag auf Bürgergeld stellen. Die Dauer des Bezugs ist von individuellen Faktoren abhängig.
Bedürftige Bürger können einen Antrag auf Bürgergeld stellen. Die Dauer des Bezugs ist von individuellen Faktoren abhängig.

Das Bürgergeld ist eine Sozialleistung für in Not geratene Menschen. Die Notsituation kann durch einen plötzlichen Jobverlust hervorgerufen worden sein. Umso wichtiger ist für bedürftige Bürger, möglichst schnell finanzielle Hilfe zu erhalten, schließlich kann nicht jeder auf einen Notgroschen zurückgreifen.

Doch was passiert, wenn bei Ihrem Bürgergeld-Antrag die Dauer der Bearbeitung zu viel Zeit in Anspruch nimmt? Hier erfahren Sie, wie Sie die Zeit überbrücken können und wie lange ein Bürgergeld-Empfänger auf staatliche Unterstützung zählen kann, um wieder auf die Beine zu kommen.

Wie lange kann man Bürgergeld bekommen?

Die Bürgergeld-Dauer kann nach Antrag auf Weiterbewilligung um weitere 12 Monate verlängert werden.
Die Bürgergeld-Dauer kann nach Antrag auf Weiterbewilligung um weitere 12 Monate verlängert werden.

Während der Bürgergeld-Dauer steht nicht nur die finanzielle Unterstützung des Antragstellers und seiner Bedarfsgemeinschaft auf dem Plan. Bürgergeld versteht sich als Starthilfe für ein selbstbestimmtes Leben. Dank zahlreicher Qualifikationsmaßnahmen sollen Bürgergeld-Empfänger darin unterstützt werden, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Dazu trägt auch die Abschaffung des Vermittlungsvorrangs bei. Bedürftige Bürger müssen nicht mehr vorrangig eine Arbeitsstelle annehmen, wenn stattdessen der Besuch einer Weiterbildung sinnvoller erscheint. So stellt sich auch die Frage, wie lang bei Bürgergeld die Dauer der Bewilligung angesetzt ist. Doch hierzu gibt es keine eindeutige Antwort. 

Die Bürgergeld-Dauer ist nicht klar definiert, es gibt keinen maximalen Bezugszeitraum. Auf die Dauer soll das Bürgergeld keine Lösung sein, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Vielmehr setzt der Gesetzgeber auf eine bessere Qualifizierung bedürftiger Bürger innerhalb eines recht kurzen Zeitraums, um diese handlungsfähig und unabhängig zu machen.

Im Bürgergeld-Bescheid ist die Dauer des Bewilligungszeitraums in der Regel auf 12 Monate festgelegt. Nach Ablauf dieser Zeit stellen Sie einen Weiterbewilligungsantrag, um Bürgergeld über die Dauer von weiteren 12 Monaten zu erhalten. Diesen Antrag finden Sie online auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Unter Umständen kann die Bürgergeld-Dauer auf 6 Monate begrenzt sein, wenn Ihr Einkommen schwankt, etwa aufgrund einer Selbstständigkeit.

Wer bekommt Bürgergeld?

Die Bürgergeld-Dauer richtet sich nach individuellen Faktoren. Es wird so lange gezahlt, wie die allgemeinen Voraussetzungen für den Bürgergeld-Empfang beim Antragsteller vorliegen. Diese wären:

  • Hilfebedürftigkeit (Der Lebensunterhalt kann nicht oder nicht ausreichend aus eigener Kraft finanziert werden)
  • Erwerbsfähigkeit (Der Betroffene kann grundsätzlich mindestens drei Stunden täglich arbeiten) 
  • Mindestalter von 15 Jahren
  • Hauptwohnsitz in Deutschland 

Sie erhalten kein Bürgergeld, wenn Sie dauerhaft arbeitsunfähig sind. Nicht erwerbsfähige Personen haben unter Umständen Anspruch auf Grundsicherung. 

Der Bürgergeld-Antrag dauert zu lange: Was tun? 

Der Bürgergeld-Antrag dauert zu lange? Ein Vorschuss könnte Abhilfe schaffen.
Der Bürgergeld-Antrag dauert zu lange? Ein Vorschuss könnte Abhilfe schaffen.

Wenn Sie Bürgergeld beantragen, kann die Dauer der Bearbeitung bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen. Einen finanziellen Nachteil haben Sie dadurch nicht. Das Bürgergeld wird als Nachzahlung über die Dauer der Bearbeitungszeit als ein Betrag überwiesen, sobald Ihr Antrag bewilligt wurde. Die lange Wartezeit kann sich aufgrund eines Bearbeitungsrückstaus innerhalb der Behörde ergeben, aber auch aufgrund fehlender Unterlagen. Achten Sie darauf, dass Ihr Bürgergeld-Antrag sorgfältig gestellt und vollständig ausgefüllt ist. Reichen Sie alle erforderlichen Nachweise ein.

Trotz der Nachzahlung bei einem erfolgreichen Antrag auf Bürgergeld kann die Dauer der Wartezeit eine große finanzielle Schieflage verursachen. Deshalb können Sie nach § 42 SGB I einen Vorschuss beantragen. Dieser wird recht schnell ausgezahlt, laut Gesetz spätestens nach Ablauf des Kalendermonats nach Eingang des Antrags. 

Wichtig! Möchten Sie einen Vorschuss beantragen, müssen Sie dies zusätzlich zum Bürgergeld-Antrag tun. Für das Jobcenter handelt es sich um zwei unterschiedliche Vorgänge. Den Antrag stellen Sie formlos und am besten schriftlich. Ein Formular müssen Sie dafür nicht ausfüllen.

Voraussetzung für den Vorschuss ist, dass das Jobcenter nach erster Durchsicht Ihrer Unterlagen erkennen kann, dass Sie einen Anspruch haben, aber die Bearbeitung Ihres Antrags auf Bürgergeld von längerer Dauer sein wird. Die Höhe des Vorschusses richtet sich nach der zu erwartenden Bürgergeld-Höhe, liegt aber im Ermessen des Jobcenters. Er wird nachträglich mit der Nachzahlung verrechnet. Zu viel gezahlte Bezüge sind vom Empfänger wieder zurückzuzahlen, wenn der Vorschuss die Nachzahlung übersteigt. Daher ist davon auszugehen, dass es sich um eine geringere Summe handeln wird als der Ihnen zustehende Bedarf.

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Über den Autor

Autor
Yassin F.

Yassin hat Sozialwissenschaften studiert und mehrere Jahre bei verschiedenen karitativen Einrichtungen gearbeitet. 2021 stieß er zum Team von arbeitslosenselbsthilfe.org hinzu und unterstützt uns seitdem mit dem Verfassen von News und Ratgebern.

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