Alleinerziehende in Hartz-4-Statistik: Weit über ein Drittel von Armut betroffen

News veröffentlicht am 24. Oktober 2017 von Arbeitslosenselbsthilfe.org

Viele Alleinerziehende beziehen Hartz 4, wie eine Statistik der Bundesregierung belegt. Die aktuellen Zahlen zur Situation der Alleinerziehenden hat die Sozialexpertin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, abgefragt. Demnach sind mit 36,9 Prozent über ein Drittel der Haushalte mit nur einem Elternteil und mindestens einem minderjährigen Kind auf die Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen. Das sind rund 606.000 Haushalte und damit etwa 42.000 mehr als noch 2005.

Hilfsbedürftig trotz guter Qualifikation

Viele Alleinerziehende sind laut Hartz-4-Statistik auf Grundsicherung angewiesen.
Viele Alleinerziehende sind laut Hartz-4-Statistik auf Grundsicherung angewiesen.

Insbesondere Alleinerziehende haben es auf dem Arbeitsmarkt oft schwer und finden keinen Job, selbst dann, wenn sie gut ausgebildet und qualifiziert sind. Zimmermann hält vor allem flexible Kinderbetreuung und existenzsichernde Jobs sowie einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde für notwendig, um die aktuell schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt anzugehen. Damit würden sich Alleinerziehende in der Hartz-4-Statistik ebenfalls verbessern.

Darüber hinaus stieg das Armutsrisiko von Alleinerziehenden. Während im Jahr 2005 noch 39,3 Prozent der Alleinerziehenden als armutsgefährdet galten, waren es 2016 bereits 43,6 Prozent.

Als arm gilt laut EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verfügt – damit liegt im Jahr 2016 die Schwelle hierzulande für einen Single-Haushalt bei 969 Euro im Monat.

Verwandtes Problem: Kinderarmut

Alleinerziehende vererben Risiko: Hartz 4 ist laut Statistik auch für Kinder immer öfter Thema.
Alleinerziehende vererben Risiko: Hartz 4 ist laut Statistik auch für Kinder immer öfter Thema.

Ebenso ist Kinderarmut ein Faktor: Viele Minderjährige sind auf Hartz-4-Leistungen angewiesen. Bereits im September 2016 war dies aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgegangen: Demnach bezogen im Jahr 2015 rund 14,7 Prozent aller in Deutschland lebenden Kinder Leistungen aus Hartz 4. Von Armut bedrohte oder betroffene Kinder leiden häufiger an körperlichen oder psychischen Erkrankungen und sind in ihrer Entwicklung benachteiligt, was sich negativ auf ihre Zukunftschancen auswirkt. Besonders gefährdet sind dabei insbesondere Kinder, deren alleinerziehende Eltern Hartz 4 beziehen. Laut Statistik ist die Wahrscheinlichkeit armutsgefährdeter Kinder zudem erhöht, dass auch diese als Erwachsene auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Die Gründe sind auch hier in der prekären Situation der Eltern zu finden. Häufig erhalten sie nur unzureichende oder keine Unterhaltszahlungen, Betreuungsmöglichkeiten sind zu selten verfügbar und in der Folge können viele Alleinerziehende laut Hartz-4-Statistik nur Teilzeit oder gar nicht arbeiten. Deswegen sind Maßnahmen, die die Situation der Eltern stärken, auch Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut.

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