Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): Antrag, Höhe & Voraussetzungen

Von Arbeitslosenselbsthilfe.org, letzte Aktualisierung am: 14. April 2023

Das Wichtigste zur Berufausbildungsbeihilfe kurz und knapp zusammengefasst

Was ist die Berufsausbildungsbeihilfe?

Die Berufsausbildungsbeihilfe ist mit Bafög für Studierende nicht zu verwechseln. Es handelt sich um eine Leistung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III), die nur unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden kann (z. B. geringes Einkommen). Der Antrag wird bei der Agentur für Arbeit gestellt.

Was sind die Vorteil der Beihilfe?

Der Vorteil der Berufsausbildungsbeihilfe: Eine Rückzahlung ist nicht erforderlich. In der Regel wird aber nur die erste Ausbildung gefördert, eine zweite nur in Ausnahmefällen (z. B. zum Zwecke der beruflichen Eingliederung).

Wie hoch ist die Förderung?

Höhe bzw. Bedarf beruhen auf dem Berufsausbildungsförderungsgesetz. Dabei werden das Einkommen des Leistungsbeziehers sowie ggf. das der Eltern oder des Partners angerechnet.

BAB: Finanzielle Unterstützung in der Berufsausbildung

Berufsausbildungsbeihilfe: Wann ein Anspruch besteht, erklären wir im Ratgeber.
Berufsausbildungsbeihilfe: Wann ein Anspruch besteht, erklären wir im Ratgeber.

BAB steht für Berufsausbildungsbeihilfe. Sie soll Auszubildenden oder Personen, die eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) absolvieren, finanziell unter die Arme greifen. Was und wie hoch ist Berufsausbildungsbeihilfe? Welches Gesetz ist hier relevant? Wir sagen Ihnen, was es damit auf sich hat.

Berufsausbildungsbeihilfe beantragen: Diese Voraussetzungen gelten

Sie erhalten dann Berufsausbildungsbeihilfe, wenn …

  • Sie eine förderungsfähige Ausbildung absolvieren oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) nach § 59 SGB III teilnehmen;
  • die Ausbildungsstätte so weit von Ihrem Elternhaus entfernt ist, dass ein Umzug erforderlich ist (über zwei Stunden Fahrzeit);
  • schwere soziale Gründe dagegen sprechen, dass Sie während der Ausbildung noch bei den Eltern wohnen;
  • das eigene und das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Antrag: Für die Berufsausbildungsbeihilfe ist die Arbeitsagentur zuständig.
Antrag: Für die Berufsausbildungsbeihilfe ist die Arbeitsagentur zuständig.

Es werden allerdings nur anerkannte betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungen gefördert – keine schulischen! Über 18-Jährige, die verheiratet sind oder mit dem Lebensgefährten zusammenleben, können auch Berufsausbildungsbeihilfe erhalten. Eine obere Altersgrenze gibt es in der Regel nicht, wobei im Einzelfall durchaus erwogen wird, ob die Ausbildung oder BvB sinnvoll ist.

Eine zweite Ausbildung wird normalerweise nicht gefördert. Allerdings sind Ausnahmen möglich. In § 57 Abs. 2 SGB III heißt es:

Förderungsfähig ist die erste Berufsausbildung. Eine zweite Berufsausbildung kann gefördert werden, wenn zu erwarten ist, dass eine berufliche Eingliederung dauerhaft auf andere Weise nicht erreicht werden kann und durch die zweite Berufsausbildung die berufliche Eingliederung erreicht wird.

Inzwischen hat die Arbeitsagentur einen Online-Service eingerichtet, welcher die Antragstellung einiger Leistungen vereinfacht. Auch die Berufsausbildungsbeihilfe kann ganz einfach online (auf der Homepage der Arbeitsagentur) beantragt werden. Die Leistungen werden ab dem Monat der Antragstellung geleistet und auch nur ab Beginn der Ausbildung.

Falls der Antrag auf BAB abgelehnt werden sollte, besteht die Möglichkeit Widerspruch einzulegen und dadurch den Antrag erneut prüfen zu lassen. Unter Umständen müssen Sie sich nach Alternativen umsehen, z. B. Wohngeld.

Berechnung der Berufsausbildungsbeihilfe: Spielt das Elterneinkommen eine Rolle?

Die Agentur für Arbeit zahlt ggf. Berufsausbildungsbeihilfe zur Förderung der Ausbildung.
Die Agentur für Arbeit zahlt ggf. Berufsausbildungsbeihilfe zur Förderung der Ausbildung.

Für diese Form der Berufsausbildungsförderung nach dem SGB III ist das Einkommen der Eltern oder des (Ehe-)Partners nur dann relevant, wenn es einen Freibetrag übersteigt. Insgesamt setzt sich die Berufsausbildungsbeihilfe aus folgenden Leistungen zusammen:

  • Grundbedarf
  • Mietpauschale
  • Mietzuschlag, sofern die Mietkosten die Mietpauschale übersteigen
  • Ggf. Arbeitskleidung
  • Fahrtkosten (Weg zwischen Ausbildungsstätte und Wohnung)
  • Eine Heimfahrt pro Monat

Es gibt eine Obergrenze für die Förderung. Sie liegt bei derzeit 518 Euro (Stand: 2019) und hängt von der individuellen Situation ab. Für die Berechnung gilt: Gesamtbedarf – anrechenbares Einkommen des Antragstellers – anrechenbares Einkommen der Eltern/des Partners. Bei der individuellen Höhe der BAB kommt es wesentlich auf die Art der Unterkunft bzw. den Wohnort an.

Wer die Berufsausbildungsbeihilfe genauer berechnen will, kann den BAB-Rechner der Arbeitsagentur nutzen und herausfinden, ob ein Anspruch auf die Beihilfe besteht oder nicht.

Muss man Berufsausbildungsbeihilfe zurückzahlen? Nein, im Gegensatz zu Bafög-Leistungen für Studierende, muss BAB nicht zurückgezahlt werden.

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