Wann müssen Hartz-4-Empfänger eine Krankschreibung vorlegen?

Von Arbeitslosenselbsthilfe.org, letzte Aktualisierung am: 9. November 2022

Das Wichtigste zur Krankschreibung bei Hartz-4-Bezug in Kürze

Benötige ich eine Krankschreibung, wenn ich Hart 4 beziehe?

Ja, denn als ALG-2-Empfänger müssen Sie nicht an Terminen oder Maßnahmen teilnehmen, wenn Sie krank sind.

Wann und wo muss ich die Krankschreibung einsenden?

Zu Ihrer Pflicht gehört es laut § 56 des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II), das Jobcenter unverzüglich über die Krankheit zu informieren. Spätestens am vierten Tag muss der Hartz-4-Empfänger die Krankschreibung vom Arzt beim Jobcenter eingereicht haben.

Wird eine Krankschreibung immer akzeptiert?

Nicht unbedingt. Bestehen Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit, kann eine Untersuchung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung angeordnet werden.

Was Sie beim Thema „Hartz 4 und Krankschreibung“ beachten müssen

Eine Krankschreibung ist für Hartz-4-Empfänger in bestimmten Fällen erforderlich.
Eine Krankschreibung ist für Hartz-4-Empfänger in bestimmten Fällen erforderlich.

Menschen, die Arbeitslosengeld 2 (ALG II) beziehen, müssen gewisse Regeln befolgen. Hierzu gehört die Pflicht zur Mitwirkung. Haben Sie einen Termin beim Jobcenter, müssen Sie diesen auch wahrnehmen. Was geschieht jedoch, wenn Sie Empfänger von Hartz 4 sind und eine Krankschreibung vom Arzt haben? Müssen Sie Termine trotzdem wahrnehmen?

Arbeitnehmer müssen ihren Arbeitgeber darüber informieren, wenn sie krank sind. Das gleiche gilt für Hartz-4-Empfänger: Eine Krankschreibung muss dem Jobcenter zeitnah vorgelegt werden. Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 56 Abs. 1 SGB II. Es besteht die Pflicht dazu, die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich zu melden.

Des Weiteren muss die ärztliche Bescheinigung spätestens am vierten Tag beim Jobcenter vorliegen. Diese Regelungen werden meist auch in der Eingliederungsvereinbarung festgehalten. Haben Sie ein Attest, müssen Sie einen Termin beim Jobcenter nicht wahrnehmen, wenn Sie Hartz 4 beziehen. Eine Maßnahme muss bei Krankmeldung auch nicht besucht werden.

Es kann aber auch passieren, dass eine vom Hartz-4-Empfänger eingereichte Krankmeldung nicht akzeptiert wird. Laut § 275 SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch) kann das Jobcenter eine Untersuchung beim Medizinischen Dienst anfordern, wenn Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit bestehen.

Weitere Informationen zur Krankschreibung bei Hartz-4-Bezug:

Krankheit während Maßnahme

Bezug von Hartz-4 und krankgeschrieben wegen Depression: Was nun?

Bei Hartz-4-Bezug: Eine Krankschreibung entbindet Sie von der Pflicht, bei einem Termin im Jobcenter zu erscheinen.
Bei Hartz-4-Bezug: Eine Krankschreibung entbindet Sie von der Pflicht, bei einem Termin im Jobcenter zu erscheinen.

Haben Sie als Hartz-4-Empfänger eine Krankschreibung wegen Depression, gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für alle anderen Leistungsbezieher im Falle einer Arbeitsunfähigkeit. Psychische Probleme werden jedoch ein immer wichtigeres Thema.

Laut Angaben von Ralf Armin Jarosch, Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie, ist jeder dritte ALG-2-Empfänger psychisch krank. Rund 80 Prozent dieser Menschen können jedoch einer Arbeit nachgehen, wenn sie lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen.

Wichtig ist, dass Betroffene sich professionelle Hilfe suchen und von einem Fachmann begleitet werden. So ist es häufig hilfreich, wenn sich Menschen mit einer psychischen Erkrankung wieder schrittweise ins Arbeitsleben integrieren.

Was passiert, wenn Hartz-4-Empfänger eine Krankmeldung von über 6 Wochen haben?

Für Arbeitnehmer gilt die Regelung, dass sie, wenn sie über einen längeren Zeitraum krank sind, nicht mehr ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber, sondern eine finanzielle Leistung von der Krankenkasse erhalten.

Gilt eine solche Regelung auch für Arbeitsuchende? Was passiert, wenn Hartz-4-Empfänger länger als 6 Wochen krank sind?

Diese Frage lässt sich grundsätzlich wie folgt beantworten: Ist ein Hartz-4-Bezieher laut Krankschreibung vom Arzt länger als 6 Wochen arbeitsunfähig, erhält er weiterhin die herkömmlichen Leistungen des ALG 2 vom Jobcenter.

Kann dem Attest entnommen werden, dass die Krankheit voraussichtlich länger als ein halbes Jahr andauern wird, sind Betroffene in der Regel nicht mehr erwerbsfähig. Damit haben sie laut § 8 Abs. 1 SGB II auch keinen Anspruch mehr auf das Arbeitslosengeld 2. Stattdessen erhalten Sie meist dann entweder Sozialgeld oder Sozialhilfe.
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