Hartz-4-Leistungen: Mehr als nur der Regelsatz

Von Arbeitslosenselbsthilfe.org, letzte Aktualisierung am: 21. Dezember 2022

Wichtig! Zum 1. Januar 2023 wurde in Deutschland das Bürger­geld eingeführt, welches Hartz 4 ersetzt. Hier finden Sie weitere Informationen zum Bürgergeld.

Das Wichtigste zu den Hartz-4-Leistungen in Kürze

Welche Hartz-4-Leistungen gibt es?

Die Hartz-4-Leistungen umfassen vor allem den monatlichen Regelsatz sowie die Übernahme der Kosten der Unterkunft.

Können auch zusätzliche Leistungen gewährt werden?

Ja. Schwangere oder Alleinerziehende können beispielsweise einen Mehrbedarf erhalten. Dieser ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung vom Jobcenter.

Wann können Leistungsempfänger ein Darlehen beantragen?

Sie können beim Jobcenter zum Beispiel ein Darlehen beantragen, wenn Sie eine Mietkaution nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können.

Regelsatz, Miete und Heizkosten

Zu den Hartz-4-Leistungen gehören der Regelsatz und die Übernahme der Kosten der Unterkunft.
Zu den Hartz-4-Leistungen gehören der Regelsatz und die Übernahme der Kosten der Unterkunft.

Können Personen ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten, haben sie unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Arbeitslosengeld 2, welches in der Alltagssprache in der Regel Hartz 4 genannt wird. Am bekanntesten ist hier wohl der Regelsatz. Doch es gibt noch viele weitere Leistungen für Hartz-4-Empfänger, wie etwa den Mehrbedarf.

Die gesetzlichen Regelungen rund um das Arbeitslosengeld 2 – kurz ALG 2 genannt – finden sich im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). In welcher Form Hartz-4-Leistungen grundsätzlich erbracht werden können, ist § 4 Abs. 1 SGB II zu entnehmen. Dort heißt es, dass Hartz-4-Leistungsempfänger sowohl

  • Dienstleistungen,
  • Geldleistungen als auch
  • Sachleistungen

erhalten können. Eine der bekanntesten ALG-II-Leistungen ist wohl der sogenannte Regelsatz.

Für eine alleinlebende Person beträgt dieser 446 Euro (Stand 2021). Mit diesem Betrag müssen Hartz-4-Empfänger den Großteil der Kosten tragen, die im alltäglichen Leben entstehen. So müssen mit dem Geld aus dem Regelsatz unter anderem laut § 20 Abs. 1 SGB II Nahrungsmittel, Kleidung oder Hausrat bezahlt werden. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie hoch die unterschiedlichen Regelbedarfsstufen für Hartz-4-Empfänger ausfallen:

LeistungsberechtigteMonatlicher Regelsatz 2021Monatlicher Regelsatz 2022
Alleinstehende / Alleinerziehende446449
Bedarfsgemeinschaften (pro Partner)401404
Jugendliche von 14 bis 17 Jahren373376
Kinder von 6 bis 13 Jahren309311
Kinder von 0 bis 5 Jahren283285

Damit ALG-2-Empfänger auch weiterhin ein Dach über dem Kopf haben, umfassen die Hartz-4-Leistungen außerdem die Übernahme der Kosten für Unterkunft und Heizung. Diese müssen sich laut § 22 SGB II jedoch in einem angemessenen Rahmen bewegen. Eine pauschale Angabe lässt sich hierzu allerdings nicht machen, da die Angemessenheit in jeder Stadt unterschiedlich bewertet wird.

Fällt die Miete zu hoch aus und haben ALG-2-Empfänger keine Möglichkeit, diese zu senken, werden nicht mehr die kompletten Mietkosten übernommen. In einem solchen Fall wird dem Hartz-4-Empfänger nur noch ein Mietzuschuss gewährt.

Weitere Ratgeber zu Hartz-4-Leistungen

Sonder- und Mehrbedarf bei Hartz-4-Bezug

Neben den Hartz-IV-Leistungen kann auch ein Mehrbedarf gewährt werden.
Neben den Hartz-IV-Leistungen kann auch ein Mehrbedarf gewährt werden.

Oftmals reicht der Regelsatz nicht aus, damit Arbeitslosengeld-2-Empfänger ihren Lebensunterhalt bestreiten können. In gewissen Situationen werden deshalb zusätzliche Hartz-4-Leistungen in Form von Mehrbedarfen gewährt. Einen Anspruch haben laut § 21 SGB II unter anderem Alleinerziehende, Schwangere und Menschen mit Behinderung.

Zu den weiteren ALG-2-Leistungen gehört unter anderem die Übernahme der Kosten für die Krankenversicherung. Außerdem gibt es neben dem Mehrbedarf den sogenannten Sonderbedarf für Hartz-4-Empfänger. Laut § 24 SGB II besteht etwa ein besonderer einmaliger Bedarf, wenn eine Person eine Erstausstattung für eine Wohnung benötigt. Auch schwangere Frauen können zusätzliche Hartz-4-Leistungen erhalten, um damit eine Erstausstattung für das Baby zu kaufen.

Auch wenn beim Bezug von Hartz 4 unabweisbare, laufende, nicht nur einmalige Kosten entstehen – etwa bei chronisch kranken Personen – kann neben dem Mehrbedarf ein Anspruch auf zusätzliche Leistungen für ALG-2-Empfänger bestehen.

Darlehen für ALG-2-Empfänger und Leistungen für Kinder

Können Hartz-4-Empfänger bestimmte Kosten – etwa für die Nachzahlung der Stromkosten oder ein teureres Haushaltsgroßgerät – nicht selbst tragen, können sie laut § 42 a SGB II ein Darlehen beantragen. Dieses muss dann vom Hartz-4-Empfänger in Monatsraten von zehn Prozent des Regelsatzes zurückbezahlt werden.

Für Kinder gibt es zusätzliche Hartz-4-Leistungen. Diese werden Bedarfe für Bildung und Teilhabe genannt und sind in § 28 SGB II näher beschrieben. Sie umfassen unter anderem Zuschüsse für Mitgliedsbeiträge für den Sportverein und Kosten für den Musikunterricht. Auch wenn Schulausflüge oder Klassenfahrten anstehen, können Hartz-4–Empfänger für ihre Kinder weitere Leistungen erhalten.

Bezieher von Hartz 4 erhalten des Weiteren Leistungen zur Eingliederung in Arbeit. Ziel ist es laut § 1 SGB II nämlich, dass ALG-2-Empfänger zeitnah wieder eine Arbeitsstelle finden und dann nicht mehr (gänzlich) auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. So können Hartz-4-Empfänger unter anderem an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gemäß § 45 SGB II teilnehmen, die sie auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten.
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